Puzzle Schulgemeinschaft 1





 
 

Schulleitungsteam

 

 

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Abteilungsleiter

SD Fuchs

Stv. Schulleiterin

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Schulleiterin

SD Freudenmann

Abteilungsleiterin

 SD Miller

Abteilungsleiter

Die Namensgeberin unserer Schule, Maria Gräfin von Linden,  wurde am 18. Juli 1869 auf Schloß Burgberg bei Heidenheim in Württemberg geboren. Ihr naturwissentschaftliches Interesse wurde schon früh durch den Volksschulunterricht geweckt. Nach dem Besuch eines Mädchenpensionats, wo sie auf Vorschlag der Rektorin private Mathematikstunden erhielt, bereitete sie sich im Eigenstudium auf das Abitur vor, das sie an einem Jungengymnasium in Stuttgart ablegte.

1891 konnte sie mit einer Sondergenehmigung in Tübingen als erste Studentin ihr Studium an der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät aufnehmen. Hier wurde sie vor allem durch die Ehefrauen der Professoren unterstützt; die Frauenrechtlerin und Professorenwitwe Mathilde Weber verschaffte ihr ein Stipendium des Allgemeinen Deutschen Frauenrats. Maria von Linden hörte Vorlesungen in Mathematik, Physik, Chemie, Botanik, Zoologie und vergleichender Anatomie. 1896 promovierte sie als erste Frau in Deutschland bei Theodor Eimer in Zoologie über das Thema "Die Entwicklung der Zeichnung und der Sculptur der Gehäuseschnecken des Meeres."
 

1899 wechselte Maria von Linden als Assistentin an die Universität Bonn und widmete sich hautpsächlich der Bakteriologie und der Parasitenkunde. Sie untersuchte Erreger von Lungenkrankheiten - sie war selbst lungenkrank - und erforschte die antiseptische Wirkung von Kupfer als mögliches Heilmittel gegen Tuberkulose. Als Ergebnis dieser Arbeiten entstand Ende der zwanziger Jahre ein Verfahren zur Herstellung antiseptischer Verbandstoffe und sterilen Wundnahtmaterials.

Obwohl es ihr als Frau nicht gestattet war zu habilitieren, ernannte sie die Universität Bonn 1910 zur außerordentlichen Professorin und richtete ihr ein - allerdings schlecht ausgestattetes - Institut für Parasitologie ein.

In ihrem gesamten Leben veröffentlichte sie mehr als einhundert wissenschaftliche Arbeiten. Eine Lehrerlaubnis erhielt sie jedoch nicht, denn die Vorstellung, dass männliche Studenten von einer Frau in Naturwissenschaften und Medizin unterrichtet würden, war seinerzeit abwegig.

1933 wurde die 64-jährige, die 34 Jahre lang im Hause des jüdischen Physikers Heinrich Hertz wohnte und aus ihrer regimekritischen  Haltung nie einen Hehl machte, zwangsweise in den Ruhestand versetzt. Mit ministerieller Erlaubnis lebte sie fortan im Fürstentum Liechtenstein, wo sie sich ein Privatlabor einrichtete und Krebsforschung betrieb. Am 26. August 1936 erlag Maria Gräfin von Linden 67-jährig einer Lungenentzündung.

 

Literaturtipps:

  • Ulrike Just: „Sie wird kein ganzer Mann und ist keine rechte Frau mehr“. Maria Gräfin von Linden. Die erste Tübinger Studentin und erste Professorin in Bonn. In: Frauen in Geschichte und Gesellschaft. Centaurus-Verlagsgesellschaft, Herbolzheim, Band 22, 1992, S. 87-92, ISSN 0933-0313
  • Susanne Flecken: Maria Gräfin von Linden. Wissenschaftlerin an der Universität Bonn von 1899 bis 1933. In: Barrieren und Karrieren. Trafo Verlag Weist, Berlin 2000, S. 253-269
  • Gabriele Junginger: Maria Gräfin von Linden. Erinnerungen der ersten Tübinger Studentin. Attempto-Verlag, Tübingen 1991.
  • „Große Frauen der Weltgeschichte“, Neuer Kaiser Verlag 1987, S. 298.